Jugendhilfeausschuss: Jugendverbandsarbeit gestärkt – wichtige Themen bleiben in Beratung

In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 04.06.2026 standen mehrere wichtige Themen der Kinder- und Jugendhilfe im Landkreis Görlitz auf der Tagesordnung. Beraten wurde unter anderem über Jugendverbandsarbeit, neue Förderrichtlinien, Inklusion in Kindertageseinrichtungen sowie Fachstandards für sogenannte „Insoweit erfahrene Fachkräfte“ im Kinderschutz.

 

Ein wichtiges Ergebnis war die Stärkung der Jugendverbandsarbeit. Der Jugendhilfeausschuss beschloss einstimmig, die Maßnahme Jugendverbandsarbeit des Jugendring Landkreis Görlitz e. V. ab 01.01.2026 in die Jugendhilfeplanung aufzunehmen. Außerdem wurde für das Projekt Jugendverbandsarbeit im Jahr 2026 eine Förderung von maximal 36.089,61 Euro beschlossen – vorbehaltlich der bereitstehenden Mittel von Freistaat und Landkreis.

 

Dieser Beschluss ist auch deshalb wichtig, weil der frühere Jugendring Oberlausitz e. V. Ende 2024 Insolvenz anmelden musste. Mit dem neu gegründeten Jugendring Landkreis Görlitz e. V. gibt es nun wieder einen Dachverband von und für Jugendvereine in unserem Landkreis. Damit kann diese wichtige Arbeit neu aufgenommen und weiterentwickelt werden.

 

Jugendverbände schaffen Räume, in denen junge Menschen Gemeinschaft erleben, Verantwortung übernehmen, sich beteiligen und demokratische Erfahrungen sammeln können. Gerade in herausfordernden Zeiten ist ein starker Dachverband für Jugendvereine wichtig. Wir wünschen dem Jugendring Landkreis Görlitz e. V. für seine Arbeit alles Gute, viel Kraft und eine gute Zusammenarbeit mit den Jugendvereinen, Trägern und Kommunen im Landkreis.

 

Intensiv beraten wurde außerdem über die geplanten neuen Förderrichtlinien für die Jugendhilfe. Die Beschlüsse dazu wurden zunächst vertagt, weil in einzelnen Punkten noch weiterer Klärungsbedarf besteht – unter anderem beim Eigenanteil der Träger und bei Fragen der praktischen Umsetzung. Die vorliegenden Entwürfe zur Fachkraftförderung und zur Kofinanzierung zeigen, wie wichtig klare, verlässliche und zugleich praxistaugliche Regeln für die freien Träger sind.

 

Unsere Fraktion Bündnisgrüne/KJiK/SPD hatte ursprünglich beantragt, die freien Träger der Jugendhilfe stärker in die Überarbeitung der Förderrichtlinie einzubeziehen. Ziel war ein strukturierter Dialog, damit fachliche Hinweise und praktische Erfahrungen aus der Arbeit vor Ort in die Richtlinie einfließen. Diesen Antrag haben wir in der Sitzung zurückgezogen, weil der Beteiligungsprozess bereits angelaufen ist. Zum Zeitpunkt der Antragstellung war uns nicht bekannt, dass ein Treffen mit der Arbeitsgemeinschaft der Träger der Jugendhilfe zur Richtlinie bereits geplant war.

 

Für uns bleibt wichtig: Die neuen Richtlinien müssen nicht nur rechtlich und fachlich tragfähig sein, sondern auch im Alltag der Träger funktionieren. Wo möglich, sollten Verwaltungsaufwand und Bürokratie reduziert werden. Das gilt besonders mit Blick auf mögliche Vereinfachungen bei der Abrechnung von Fördermitteln, etwa im Zusammenhang mit der geplanten Zusammenlegung von Kommunal- und Jugendpauschale. Hier sind allerdings weitere Entwicklungen auf Landesebene abzuwarten.

 

Ein weiteres Thema war das Positionspapier „Inklusion in der Kita“. Darin beschreibt die Verwaltung das Ziel, Kindertageseinrichtungen im Landkreis schrittweise inklusiver weiterzuentwickeln. Im Mittelpunkt steht die Idee, dass Kinder mit und ohne Behinderung möglichst gemeinsam aufwachsen, lernen und spielen sollen. Gleichzeitig wurde in der Diskussion deutlich: Die Umsetzung im Kita-Alltag stellt Einrichtungen, Fachkräfte und Träger vor große Herausforderungen und muss gut begleitet werden.

 

Vorgestellt wurden außerdem Fachstandards für „Insoweit erfahrene Fachkräfte“. Diese Fachkräfte beraten andere Fachkräfte anonymisiert, wenn es Hinweise auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung gibt. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Kinderschutz im Landkreis. Fragen zur Finanzierung bleiben dabei weiter zu klären.

 

Aus unserer Sicht zeigt die Sitzung: Kinder- und Jugendhilfe ist eine Daueraufgabe, die verlässliche Planung, gute Zusammenarbeit und praxistaugliche Entscheidungen braucht. Wir setzen uns dafür ein, dass freie Träger ernsthaft einbezogen werden, Förderverfahren handhabbar bleiben und die Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien im Landkreis Görlitz gestärkt werden.

 

Weitere Informationen: https://buergerinfoportal.landkreis.gr/

Download
Antrag zur Beteiligung der freien Träger an Erstellung der Richtlinie
Anlage_Antrag_Fraktion_BG_KJiK_SPD.pdf
Adobe Acrobat Dokument 1.1 MB

Kontakt

Wählergemeinschaft für Kinder, Jugend und Familie (KJiK)

Am Hammerlugk 1a

02957 Weißkeißel

[email protected]